UBB Neubau der L 40 OU Güterfelde / Güterfelder Eck mit 4-str. Brücke über das Moorgebiet „Hartes Fenn“

Umweltbaubegleitung zum Neubau einer Landesstraße

Die L 40 und die L 76 sind regionale Straßenverbindungen, die im Bereich zwischen der südlichen Berli-ner Stadtgrenze und dem Berliner Ring die Verbindung der Landeshauptstadt in Richtung Osten ge-währleisten.

Aufgrund des Fehlens einer geeigneten Verteilerachse erfolgt über die genannten Straßen, insbesonde-re die L 76, ein maßgebender Anteil der Verkehrserschließung der südlichen Berliner Stadtbezirke sowie von Stahnsdorf, Teltow und Kleinmachnow – weiterführend nach Schönefeld.
Die Verkehrsbelastung der L 76 in Stahnsdorf und Teltow mit einer Länge von ca. 9 km Ortsdurchfahrt ist bereits heute ortsunverträglich. Ein weiterer Straßenausbau ist hier nicht möglich.
Angesichts der prognostizierten Bevölkerungs- und Wirtschaftsentwicklung der Region ist zukünftig von einer signifikanten Erhöhung des Verkehrsaufkommens auszugehen. Entscheidend beeinflusst wird die-ser Trend durch die Entwicklung der Wohn- und Gewerbestandorte in Potsdam, Teltow, Stahnsdorf, Ludwigsfelde, Großbeeren und Schönefeld mit dem GVZ und vor allem dem neuen Flughafen.

Im Rahmen des Neubaus der L 40 wurden Leistungen der Umweltbaubegleitung im Bauabschnitt „Har-tes Fenn“, „Güterfelder Eck“ und BA 2 erbracht.

Das „Harte Fenn“ ist als Lebensraum für Amphibien von besonderer Bedeutung. Im Zuge des Neubaus der Brücke über das „Harte Fenn“ ist der Einsatz von temporären (während der Bauphase) und dauer-haften Amphibienleiteinrichtungen vorgesehen.

Um einen reibungslosen Bauablauf im Einklang mit den planfestgestellten Schutz- und Vermeidungs-maßnahmen zu gewährleisten, wurde im Zusammenarbeit mit der Umweltbaubegleitung der Einsatz von Sonderbaumaschinen (Big Float) geplant und abgestimmt. Weiterhin wurden von uns im Rahmen der Umweltbaubegleitung die im Zuge des Baugeschehens gefangenen Amphibien umgesetzt, um anhand der Er-gebnisse örtliche „Konzentrationen“ oder Wanderrichtungen abzuleiten, die die Optimierung der Leitein-richtung zur Folge hatte.

Im Rahmen der Baufeldberäumung wurde das abgesteckte Baufeld überprüft. Die daraus resultierende Umsetzung von Ameisennestern und die Schaffung von Ausweichsquartieren für Fledermäuse und Vö-gel wurden durch uns als Umweltbaubegleitung betreut und in Zusammenarbeit mit der Forst- und der Unteren Naturschutzbehörde sowie dem NABU und dem Streckenbau abgestimmt.

Durch die permanente Kontrolle des Baugeschehens konnte rechtzeitig auf Vorkommen von Arten wie die Uferschwalbe und den Steinschmätzer durch die Umweltbaubegleitung hingewiesen werden. In en-ger Zusammenarbeit mit dem ausführenden Baubetrieb konnten Konzepte entwickelt werden, um diese Bereiche zu schützen ohne einen Zeitverzug im Baufortschritt auszulösen.

Auftraggeber Landesbetrieb Straßenwesen Brandenburg, Dienststätte Potsdam
Kurzbeschreibung Umweltbaubegleitung zum Neubau einer Landesstraße
Projektleiter Achim Weinert
Stellvertretung Rayko Restel
Streckenlänge 3,50 km
Tätigkeitsfeld Verkehrsinfrastruktur – Straße
Zeitraum von 2010
Zeitraum bis 2013