
Forschung & Entwicklung
Projekt Nr. G2425
CO2-Speicherung durch landschaftspflegerische Maßnahmen
Entwicklung von Standards zur Bewertung der CO2-Speicherkapazität und Entwicklungspotenziale öffentlicher Kompensationsflächen
Ziel des Forschungsprojektes ist es, Potenziale zur Förderung des natürlichen Klimaschutzes auf Kompensationsflächen zu identifizieren. Darauf aufbauend sollen Handlungsempfehlungen für die zukünftige Gestaltung von Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen erarbeitet werden, wobei ein besonderer Fokus auf Synergieeffekten sowie ggf. Interessenkonflikten zwischen Natur-, Boden- und Klimaschutz liegt.
Zu diesem Zweck wurden exemplarisch für das Land Nordrhein-Westfalen, Datenaufnahmen zu Biotop- und Bodenzustand auf 20 Kompensationsflächen zur Bestimmung der Klimaschutzrelevanz sowie des naturschutzfachlichen Wertes dieser Flächen und den darauf umgesetzten Maßnahmen vorgenommen und ausgewertet. Die Erkenntnisse aus dieser Studie bilden die Grundlage für die Erarbeitung von Handlungsempfehlungen in Form eines Maßnahmenkataloges.
Die Bewertung der Klimarelevanz von Boden-Vegetationskomplexen bzw. Biotoptypen kann anhand zweier Hauptindikatoren erfolgen: der Menge der langfristig gebundenen Kohlenstoffvorräte in der lebendigen und toten Biomasse (ober- und unterirdisch) sowie der THG-Senkenfunktion. Entsprechend der internationalen Berichterstattung im Bereich Landnutzung, Landnutzungsänderung und Forstwirtschaft (LULUCF) zeichnen sich dabei zwei Hauptindikatoren für den aktuellen Zustand sowie die zukünftige Entwicklung der Kohlenstoffpools von Ökosystemen ab:
1. vorliegende Landnutzungskategorie
2. zugrundeliegende Bodenform
Eine deutschlandweit vergleichbare Bewertung der ökologischen Wertigkeit von Landnutzungsformen ist nach Anlage 2 zu § 5 Abs. 1 BKompV sichergestellt. Um eine parallele Bewertung von ökologischer und klimatischer Wertigkeit im Rahmen dieses Vorhabens zu gewährleisten, wurden die gewonnen Erkenntnisse zu den Landnutzungskategorien genutzt, um die nach BKompV definierten Biotoptypen hinsichtlich ihrer Klimarelevanz einzuordnen. Darüber hinaus wurden das Entwicklungspotenzial bei Umsetzung förderlicher Maßnahmen sowie das Risiko bei Unterlassung erhaltender Maßnahmen eingeschätzt. Datengrundlage für die Bewertung der Klimarelevanz von Vegetationskomplexen, bzw. Biotoptypen bildet die Liste der Biotoptypen und -werte der Anlage 2 zu § 5 Abs. 1 BKompV sowie Daten des Nationalen Emissionsinventars 1990–2021.
Die gewonnen Erkenntnisse des Forschungsvorhabens wurden für die Entwicklung einer Bewertungsmatrix für die zu untersuchenden Kompensationsflächen herangezogen. Die Bewertungsmatrix ermöglicht eine umfassende und differenzierte Bewertung der Klimarelevanz von Ökosystemen und dient als Grundlage für die Entwicklung von Strategien zur Förderung der THG-Speicherung und -Reduzierung.
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